Notizen vom Tonmann:
Gerade als der Wald, der Wanderweg und ich anfangen, miteinander auszukommen, stellt sich eine neue Bekanntschaft vor. Ein riesiges Moor. Flach, endlos, als hätte jemand die Natur gebügelt und sie dann tausend Jahre lang vergessen. Es liegt einfach vor mir, streckt sich und gähnt. Habe ich es etwa aufgeweckt?
In der Nähe steht ein Turm für den „offiziellen Ausblick“, aber ich bleibe lieber genau hier stehen. Nur ich, das Moos und der Horizont. Ich wette, dass einst irgendein uralter, in Leder gekleideter Wanderer genau an dieser Stelle stand und an einer Rübe nagte.
Das Moor ist nicht hier, um mich zu beeindrucken. Kein Drama. Nur eine ruhige, weite Landschaft, die angesichts meiner mickrigen Anwesenheit irgendwie seufzt. Der Soundtrack? Wind im Gras, ein Vogel in der Ferne und mein eigener langsamer Atem.
Dann verrieten mir die Wildschweinspuren, dass es Zeit war zu gehen.
Mein Lieblingsgeräusch in der Aufnahme: die Hummel, die nach 23 Sekunden vorbeifliegt. Jumpscare pur.